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Eine Wanderung mit „Begleitung“

 

 

Eine Herbstwanderung von der Laufenau nach Massing an der Alz und durch die Hannslau zum Ausgangpunkt und weiter nach Baumburg.

Gehzeit gesamt etwa 1 1/2 Stunde, Kindergeeignet, leichte Anstiege.
Ausgangspunkt ist die Laufenau, parken möglich am Steg oder am Parkplatz.

 

1.jpg Vom Laufenauer Steg werfen wir einen Blick alzabwärts bis zur Angermühle.
Bleßhühner, Enten und Schwäne kann man bei der Futtersuche beobachten.

Wendet man den Blick flußaufwärts, erkennt man einen Wehrbau, von dem der angrenzende Mühlbach gespeist wird.
Für unsere Wanderung begeben wir uns aber auf den Fahrweg zum Parkplatz. Bewaldete Nagelfluwände begleiten uns an der hier zur Linken fließenden Alz.

 

Felsen schimmern durch das meist klare Flußwasser und mit etwas Glück erspäht das Auge ein scheues Aitel.Gegenüber     wird das flachere Ufer gerne von Kindern im Sommer zum Baden genützt. Die gesamte Landschaft ist Naturschutzgebiet.

 

2.jpg Nähern wir uns dem Parkplatz, der von Bootsfahrern und Badegästen genutzt wird, kommen wir an ein E-Werk, das soweit möglich, schonend ins Landschaftsgefüge eingebunden ist. Der Wehrbau, einst eine Stromschnelle, wird nur noch mit

 

 

3.jpgMindestwasser überflutet. Leider ein Kompromiß zwischen Natur und Kommerz.

Wenn das Auge gesättigt ist von den vielfältigen, je nach Jahreszeit stets anderen Eindrücken, steigen wir rechts am Waldrand zu dem Wohnhaus am Weiler Thalham hinauf. Hier wenden wir uns auf der Höhe bleibend nach links und lassen unseren Blick zum Buchenwald gegenüber der Alz schweifen.
Im nahen Auwald führt der Weg wieder abwärts.
Ein kurzer Abschweifer zur nahen Alz, die hier in rascher Bewegung zum Inn strebt, sollte dem Wanderer nicht zu viel sein.Weiter führt uns der Weg unter mächtigen Buchen und an umgebrochenen Altholz vorbei zum kurzen Anstieg nach Massing.
Auch hier ist ein Blick ans Ufer nicht nur für die Kinder sehenswert.
Kurz vor erreichen der Massinger Anhöhe zweigt ein gekennzeichneter Weg nach links ab. Würden wir dieser Abzweigung folgen, hätten wir einen Pfad am Steilufer über dem Fluß vor uns der zur ehemaligen Massinger Mühle führt.
Nach einem weiteren Kilometer könnten wir die Ausflugsgaststätte „Roiter“ erreichen.
Aber nein, unsere Einkehr folgt am Ende dieser Wanderung. W5.jpgir betreten jetzt offenes Terrain. Rechts erkennen wir die Häuser Thalhams und ein scharfer Blick erkennt die Turmspitzen der ehemaligen Klosterkirche Baumburg über den bewaldeten Höhen.


Nach überqueren der Kreisstraße nehmen wir den Weg neben der Kiesgrube in den Wald. Am Ende der Grube teilt sich der Weg und wir wählen die goldene Mitte.
Ein Verbotsschild für KFZ gilt nicht für uns und wir folgen dem befestigten Weg bis zur Gabelung. Eine junge Eiche an der Weggabel beweist, dass wir uns nicht verlaufen haben und wir wählen den rechts laufenden Weg.

Durch von Windbruch und Borkenkäfer gelockerten Nadelwald mit neu gepflanztem Laubholz erreichen wir schon bald ein ziegelgedecktes Häuschen mitten im Wald.
Unsere Nachbargemeinde Trostberg bezieht von hier einen Teil ihres Trinkwassers.
Jetzt folgt schon bald ein Wegeknick nach rechts.
Auch hier im ehemaligen Klosterwald führt die Klimaänderung zu einem Umdenken in der Bewirtschaftung. Wurden nach den bekannten Orkanen mit starkem Windbruch noch großteils Fichten gepflanzt, erkennt man nun Setzlinge aus Tannen und verschiedenen Laubhölzern. Auch die Beschädigungen der vorhandenen Fichten am Wegesrand durch die maschinelle Holzentfernung erkennt man an den vielen Harzläufen. So manche Buche hat durch Absamung ein Plätzchen im dunklen Wald gefunden und fällt besonders im Herbst durch Farbigkeit auf.
Ich erwähne das, um auch nicht so geübte Wanderaugen für das „Nebensächliche“ zu sensibilisieren. Kinderaugen, die ja näher am Boden sind, werden sicher einiges an Getier und Pflanzen entdecken. Man muß ja nicht jeden Grashalm kennen, um sich an ihm zu erfreuen. Nun ist die Richtung wieder ostwärts gewandt. Steigt ein Weg links nach oben, so folgen wir ihm nicht, sondern bleiben auf gleicher Höhe, bis wir wieder auf die Kreisstraße stoßen. Gegenüber liegt ein Gewerbegebiet, zuvorderst Spielgeräte Maier. Nach Querung der Straße steigen wir den Moränenhügel hinauf, der hier nach Jahrtausenden wegen der Straße durchschnitten wurde.
Durch die Ausweisung des Gewerbegebietes wurden die einst von abeisenden Gletschern geschaffenen Endmoränen großteils zerstört.
Wir sind aber auf dem verbleibenden, bewaldeten Hügel an einen Feldrand gelangt und gehen jetzt auf einem nicht gepflegten aber erkennbaren Wiesenweg Richtung  Südosten, zur Laufenau.
Unser Blick richtet sich auf den Auberg im Osten. Zu unseren Füßen zeigt sich die 1938 erbaute erste Altenmarkter Wasserversorgung mit dem Pumpenhäuschen.
Über den Dächern Thalhams streift unser Blick nochmal die zurückgelegte Wegstrecke.

 

Die mächtige Baumburger Kirche dominiert am Horizont über dem Alztal. SAM_7026.JPG
Das Anwesen am Fluß, einst eine kleine Mauersteinmanufaktur mit den ehemaligen Hausnamen beim „Hönninger“, später "Gillitzer" nach den Bewohnern benannt, zeigt bei meiner Begehung durch Rauch im Schornstein, dass es nach längerem Leerstand wieder bewohnt ist. Auch Hühner haben, wie beim Hönninger, wieder einen Platz gefunden.
Nun haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.


Wenn die Kraft noch reicht - und ich zweifle nicht daran - sollten wir unsere Wanderung nach Baumburg fortsetzen. Betreten wir den Steg, werden wir feststellen, dass die Alz in anderem Licht erscheint. Schatten haben sich über das Ufer gelegt, dem Naturfreund zeigt sich ein verändertes Bild.

 

SAM_7036.JPG

Auch der Mühlbach, der einst der Altenmarkter Hammerschmiede und einer Rotgerberei zum Antrieb der Wasserräder  gereichte, verliert sich im dichten Blätterdach des Uferbewuchs.


8.jpgNach überschreiten der von der Gemeinde großzügig bereitgestellten Badewiese
steigt ein Pfad zum Waldfriedhof empor. Der Buchenwald zeigt sich im Herbst in voller Farbenpracht, im Frühjahr im frischen Maienlaub.

 

Der „Heldenfriedhof“, angrenzend mit den zahlreichen Holzkreuzen, ist keine Begräbnisstätte der hier namentlich genannten Gefallenen aus den beiden Weltkriegen. Hier wurde um 1800, nach der Schlacht mit napoleonischen und bairisch/ österreichischen Truppen bei Hohenlinden, den verletzten Soldaten die letzte Ruhestätte bereitet. Kloster Baumburg war als Lazarett keine große Hilfe für die Bedürfenden. Siechtum und Wundbrand rafften etwa 2000 Soldaten hin, die hier namenlos begraben wurden.
9.jpg An dieser Stätte wird hier alljährlich das Buchenwaldgedenken an die Gefallenen der letzten beiden Kriege und des Frankreichfeldzuges 1970/71 abgehalten.
Nach innehalten steigen wir nun die Treppe neben dem Hohlweg zur Kapelle hinauf. An einer Infotafel können wir über das von mir Geschilderte genauer nachlesen.
Gegenüber ist noch die Mariengrotte sehenswert.
Nach soviel Informativem wandern wir den geteerten Weg nach Baumburg, nicht ohne die mächtige Esche mit über 5 Meter Umfang zu bestaunen.
Am Klostertor verweilen wir kurz und sehen im Hintergrund den mächtigen ehemaligen Gutshof, davor eine Jahrhunderte alte Linde. Das Salettl des Bräustüberl ignorieren wir vorerst, um in den Klosterhof einzutreten.


10.jpgVor uns die mächtige über 850 Jahre alte Klosterkirche, zur Rechten noch erhaltene bzw. wieder errichtete Gebäude des ehemaligen Augustiner Chorherren Klosters.
Im neuerbauten Trakt ist ein Seminarhotel eingerichtet.
Wer sich in die geöffnete Margaretenkirche begibt, wird erstaunt sein über die barocke Vielfalt.
Das am Tor eingerichtete Bräustüberl schenkt die hier gebrauten Baumburger Köstlichkeiten an durstige Genießer aus.
Die Wanderung lässt du hier gemütlich ausklingen.

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